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Integration
 

Inklusion

Inklusion behinderter Kinder und Jugendlicher bildet das Herzstück unserer täglichen pädagogischen Arbeit. Wir praktizieren diese Inklusion seit über 40 Jahren und können deshalb mittlerweile auf einen sehr großen Erfahrungsschatz zurückblicken. Wir haben unsere Inklusionsarbeit nie statisch gesehen und sind auch heute immer wieder bereit, neue Modelle zu erproben (siehe z.B. Kapitel „Bildungsdorf“ im Schulkonzept Seite 25).

Inklusion war und ist jeden Tag eine große Herausforderung an uns alle, die Klassenlehrkräfte, die Fachlehrkräfte, die Eltern und natürlich auch die Kinder und Jugendlichen.

Seit Verabschiedung der UN-Konvention zur INKLUSION diskutieren auch wir immer wieder diesen Begriff und sind natürlich der Meinung, dass inklusive Schule – also eine Schule für ALLE Kinder – das Natürlichste sein sollte.

Durch unsere langjährige Erfahrung ist uns aber bewusst, dass man nicht einfach jedes noch so schwer behinderte Kind ohne zusätzliche Hilfe und Unterstützung in eine Schule aufnehmen kann.

Wir plädieren bei unseren Schulaufnahmeverfahren in die Grund- und Hauptschulstufe sehr dafür, dass die Vielfalt der Schülerschaft optimal ist, gleichzeitig aber jeden Tag auch pädagogisch verantwortungsvoll leistbar sein muss. Das heißt, dass wir sehr wohl Grenzen in dieser Vielfalt setzen müssen. Aufgrund unserer Ressourcen können wir derzeit keine blinden, gehörlosen oder körperlich schwerstbehinderten Kinder aufnehmen.

Eltern treten mit unterschiedlichsten Erwartungen an uns heran, haben viele Ängste und Fragen:

„Wie funktioniert denn Inklusion?“

„Welche Vor- und Nachteile kann sie für mein Kind haben?“

„Wird mein Kind in der Inklusionsklasse genug gefördert?“

„Lernt mein Kind genug in der Inklusionsklasse?“

„Ist das Lerntempo in der Inklusionsklasse nicht zu langsam oder zu schnell?“

„Wird mein Kind vielleicht trotzdem in der Inklusionsklasse ausgegrenzt?“

„Warum kann mein Kind nicht in eine Inklusionsklasse aufgenommen werden?“

Bis auf die letzte Frage können wir Ihnen pauschal die Sorgen bezüglich der „Inklusion“ nehmen. Wir haben ausführliche Erfahrung zu diesem Themenkomplex und wissen, dass alle Kinder von der Inklusion profitieren, wenn der Integrationsprozess gut läuft. Dies ist der Fall, wenn die Kinder mit Freude und Motivation täglich in die Schule gehen und tragfähige Beziehungen untereinander in den Klassen entstehen können. Wenn ein Kind in einer Inklusionsklasse vereinsamt, traurig gestimmt wirkt, vom Unterrichtsgeschehen nur noch wenig mitbekommen kann, läuft Inklusion in unserem Sinne nicht (mehr) richtig.

Mit Hilfe der Montessori-Pädagogik, dem Montessori-Material bzw. der differenzierten vorbereiteten Umgebung können wir Inklusion, die Heterogenität unserer Schülerinnen und Schüler gut meistern (vgl. auch Schulkonzept S. 9 – 11). Unser pädagogisches Team ist entsprechend ausgebildet, arbeitet professionell und bildet sich fortwährend zum Thema Inklusion fort.

Generell kann man sagen, dass die Starken von den Schwachen lernen und umgekehrt. Lernen wirkt sich hierbei nicht nur auf kognitive Prozesse aus, sondern vor allem auch auf soziale (voneinander lernen). „Der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken, ist der Gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommnen“. Dieses Montessorizitat finden Sie auch auf unserem Bronzeboot, das als Kunstwerk vor dem Eingangsbereich unserer Schule steht.

Mehr denn je sind heute diese sozialen Fähigkeiten, die unsere Kinder und Jugendlichen „einfach so“ in ihrem Schulalltag erlernen gefragt. Wir freuen uns immer über das äußerst positive Feedback anderer Schulen (bei Schulwechsel, nach Übertritten an weiterführende Schulen) oder von Lehrstellenanbietern: sie bescheinigen unseren Schülerinnen und Schülern eine hohe Sozialkompetenz.

Auf die letzte Frage, warum ein Kind nicht in die Inklusionsklasse aufgenommen werden kann, kann es verschiedenste Begründungen geben:

Inklusion muss Sinn machen für das Kind. Sie kann in der Grundschule anders stattfinden als bei den pubertierenden Sekundarstufenschülern und muss immer ganz individuell gesehen werden. Es gibt kein Patentrezept für das Gelingen oder einen pauschalen Ausschlussgrund. Viele behinderte Kinder haben uns aber immer wieder gezeigt, dass sie in den größeren Inklusionsklassen überfordert, gestresst, vereinsamt waren. In der kleineren beschützenden Lerngruppe unter Gleichgesinnten hingegen fühlen sie sich oft geborgen, behütet, am richtigen Platz. Diese Klassen sind bei uns meist Lerngruppen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung oder Lernen. Kooperation mit Nichtbehinderten findet trotzdem selbstverständlich im Haus, während der Pausen, auf den Fluren, bei Festen und während des allgemeinen Schullebens statt.

Hierfür werden wir von konsequenten Inklusionsbefürwortern oft kritisiert. Wir müssen uns diese Kritik gefallen lassen weil wir der festen Überzeugung sind, dass Inklusion ausreichend Ressourcen (Personal, Raumgröße, Ausstattung, know-how) braucht, die wir trotz allen Engagements nicht oder nur unzureichend bieten können. Hier sehen wir die Grenzen der Inklusion und müssen immer wieder einzelne Hilfe suchende Eltern und Erzieher enttäuschen. Wir können aber geistig behinderte Kinder in unseren kleineren „Spezialklassen“ sehr gut und - vor allem im Sinne der Kinder - zufrieden stellend beschulen.