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Montessori-Schule
 

Berufscoaching

„Coachingprojekt für die 8. Klassen“

Was ist das genau? Mit dieser Frage im Kopf ging ich im September 2009 in das erste Gespräch mit Frau Adenau, Frau Klingelhöfer, Herrn Riedhammer und meinen zwei Parallelklassenlehrerinnen Frau Baalbaki und Frau Wöhrl. Wir waren alle sehr gespannt. Frau Adenau und Frau Klingelhöfer, zwei engagierte Mütter, stellten uns ihr neues, bzw. altes Projekt in erweiterter Form vor. Das Bewerbungstraining, das sie beide im Jahr 2007 für die neunten Klassen ins Leben gerufen hatten, sollte ausgebaut werden, da unsere Schüler sich schon in der 8. Klasse intensiv mit dem Thema der Berufsfindung auseinandersetzen. Fragen, wie „Was sind meine Stärken?“ oder „ Welche Interessen habe ich?“  kommen auf sie zu und einigen Schülern fällt es gar nicht leicht, diese Fragen zu beantworten. Gerade, weil dieser Weg für manche Schüler nicht immer leicht ist und sie gar nicht genau wissen, in welchen Bereichen ihre Stärken liegen, brauchen sie Unterstützung. Genau aus diesem Grund suchen wir Menschen, die ehrenamtlich Jugendliche auf diesem Weg begleiten. Sogenannte „Coaches“, die gerne mit Teenagern arbeiten und ihnen helfen, persönliche Ziele zu formulieren, Berufswünsche zu entwickeln, sich selbst besser einschätzen zu können, Selbstsicherheit zu gewinnen, freie Praktikums- und Ausbildungsstellen zu entdecken, Bewerbungen zu schreiben, Vorstellungsgespräche zu führen mit dem Ziel, den passenden Ausbildungsvertrag zu gewinnen. Etwa alle zwei bis drei Wochen sollen sich Coach und Schüler treffen, um an diesen Punkten zu arbeiten. Es werden Workshops, Einzeltermine und Bewerbungstrainings stattfinden.

Ich war begeistert und skeptisch zugleich. Gibt es Menschen, die ehrenamtlich eine Beziehung mit einem Teenager eingehen? Gibt es Menschen, die Zeit dafür haben in unserer schnellen und hektischen Welt? Welche Voraussetzungen muss ein Coach haben? Was sollte er können? Fragen über Fragen ratterten mir durch den Kopf und ich stellte sie an Frau Adenau und Frau Klingelhöfer.

Beide waren zuversichtlich. Sie glaubten daran, dass wir genügend Coaches finden werden und sie beantworteten auch meine restlichen Fragen. Voraussetzungen, die ein Coach mitbringen sollte, sind Berufserfahrung, Interesse und Neugier an Jugendlichen und Geduld. Sie werden unterstützt durch Vorbereitungsworkshops, in welchen Inhalte und Schwerpunktthemen ausgearbeitet, Vorgehensweisen für die Coachingsitzungen entwickelt werden und sie sich in der  Rolle als Coaches üben können.
Wir machten uns gemeinsam auf die Suche nach solchen Menschen und wir haben sie gefunden! Menschen, die zwar kein Geld für ihre Arbeit nehmen, aber dafür eine neue Verbindung eingehen. Beziehungen beruhen auf Gegenseitigkeit. Nicht nur unsere Schüler bekommen etwas, sondern auch die Coaches, denn das Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen ist etwas ganz besonders Schönes und Bereicherndes. Wir säen und ernten…ich spreche aus Erfahrung und ich säe und ernte jeden Tag etwas und das Schönste daran ist, dass ich jeden Tag etwas anderes ernte und ich nie genau weiß, was es sein wird. Jeden Tag das Gleiche wäre ja auch langweilig, nicht wahr?

Die Coaches trafen sich das erste Mal im Februar zu einem gemeinsamen Informationsabend. Sie beschnupperten sich, tauschten Erfahrungen aus und bekamen erste Antworten auf ihre Fragen. Frau Wöhrl war an diesem Abend dabei und berichtete mir, dass der Abend sehr positiv und interessant war.
Im März ging es dann weiter mit einem Vorbereitungsworkshop für die Coaches. Ich war neugierig und besuchte ihn gemeinsam mit Frau Baalbaki. Wir trafen  interessante, engagierte und eifrige Erwachsene, die sich auf eine neue Herausforderung vorbereiteten.
Der erste Berufsorientierungsworkshop für Schüler und Coaches fand an einem Samstag im April statt. Es war spannend. Die Jugendlichen und die Coaches sollten sich das erste Mal begegnen. Alle Beteiligten waren neugierig und aufgeregt, was der Tag wohl bringen mag?
Sie lernten sich kennen, arbeiteten in kleinen Workshops, in welchen es um die Themengebiete „persönliche Stärken“, „Berufsbilder“, „Berufswahl“ und „Stellensuche“ ging, zusammen und präsentierten anschließend ihre Ergebnisse.  Die Jugendlichen stellten vorbereitete Referate über Berufsbilder vor. Die Stimmung war sehr gut. Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Danke an alle Eltern!
Zum Schluss konnten sich die Jugendlichen anhand von Steckbriefen, Gesichtern und ersten Eindrücken ihren Lieblingscoach auswählen. Frau Adenau und ich konnten fast alle Wünsche berücksichtigen. Jeder Jugendliche hat einen Coach und jeder Coach hat einen Jugendlichen bekommen und nun können sie starten!
Aus Erzählungen habe ich herausgehört, dass es allen Beteiligten gut geht. Das Projekt läuft!
Ich möchte mich bei allen, die bei diesem Projekt mitgeholfen haben, bedanken.
Ein ganz besonderes Dankeschön gilt Frau Gerda-Marie Adenau, deren unermüdlicher Einsatz und Engagement große Anerkennung verdient!

 
Melanie Sauer