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Montessori-Material

Wie alles in der Montessori-Pädagogik, zielt der Umgang mit den Materialien auf eine innere Ordnung des Kindes (bei Montessori auch „Normalisierung“ genannt) ab.
Das Material basiert zum Teil auf den Ideen von Itard und Séguin, wurde aber auch von Maria Montessori selbst entwickelt und nach gründlichen Beobachtungen an den Kindern immer wieder verändert und ergänzt, vor allem später auch durch ihren Sohn Mario.

Das Material hat autodidaktischen Charakter.
Es muss eine Einführung in den Gebrauch von Seiten des Lehrers/Erziehers geben, jedoch sollte dieser sehr zurückhaltend und sparsam mit seinen Worten umgehen und das Kind eigene Entdeckungen machen lassen. Kinder brauchen Entdeckungsräume.
In speziellen Schulungen und Ausbildungen werden die Erzieher/Lehrer dazu angehalten, das Material selber auszuprobieren. Es ist als Übung konzipiert, die den Kindern Platz für eben diese Entdeckungen lässt.

In vielen Übungen wird das Kind ganzheitlich angesprochen. Das heißt, dass es sowohl kognitive, als auch motorische Impulse erhält. Gerade die Tätigkeit der Hand spielt eine wichtige Rolle, da sie für sehr bedeutsam in Bezug auf die „innere Sammlung und Heilung“ erachtet wird.
Die von Itard und Séguin übernommenen Übungen beziehen sich schwerpunktmäßig auf die Förderung der Sinne und des Erlernens von Rechnen, Schreiben und Lesen.

Generell gilt für das Montessori-Material folgendes:

  1. Das Material fordert nur zu begrenzten Übungen auf. Es wird nur ein Teil eines komplexen Sachverhalts angesprochen und verinnerlicht (Isolation einer Schwierigkeit).
  2. Die Kinder können Ihre eigenen Fehler selber bemerken und korrigieren. Sie benötigen meist keine außenstehende Person, die ihnen ihre Fehler erklärt und damit evt. eine Frustration auslöst (Fehlerkontrolle).
  3. Das Material ist so konzipiert, dass seine Verwendung leicht erkennbar ist und eine Einführung des Lehrers/Erzieher nur in geringem Maße von Bedeutung ist.
  4. Das Material ist ästhetisch, in Form und Farbe ansprechend. Es muss sauber und vollständig sein.

Das Montessori-Material wird eingeteilt in:

a) Übungsmaterial für das praktische Leben, z.B. Knüpfrahmen, Schüttübungen, Putzmaterialien

b) Sinnesmaterial: Hier wird nur ein isolierter Sinn angesprochen, in dem sich die Aufmerksamkeit sammelt.
Die Eigenschaften von Gegenständen werden durch Isolierung der Qualität leichter und intensiver erfasst. Es kann zu einer meditativen Aufnahme kommen.
Eigenschaften, wie Farbe, Größe und Form sollten nicht durch Begriffe erlernt, sondern durch die Sinne entdeckt werden.
Die in den Übungen angesprochenen Dinge und Eigenschaften kennen die Kinder bereits aus ihrem Alltag, jedoch sind sie ihnen nur als diffuse Eindrücke bekannt.
Mit Hilfe der Isolation der Eigenschaften sollen nun die Dinge geordnet und geklärt werden. Das Kind lernt seine Umwelt besser zu verstehen.

c) Material zur Sprache, z.B. Wortartensymbole, Satzstern zur Bestimmung der Wortarten

d) Mathematik-Material, vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe, vom Konkreten zum Abstrakten z.B.:

  • das Goldene Perlenmaterial (zum Zählenlernen, zur Verbindung von Menge und Symbol = Ziffern, zum Erlernen der Kategorien: Einer, Zehner, Hunderter, Tausender, zum Erlernen der Grundrechenarten)
  • Rechenrahmen zum Addieren und Subtrahieren
  • Schachbrett zur großen Multiplikation
  • große Division
  • Bruch- und Dezimal-Rechenmaterial
  • binomischer- und trinomischer Würfel
  • Geometriematerialien zur Flächen- und Körperberechnung

Eine detaillierte und sehr gute Materialienübersicht erhalten Sie u.a. bei:

www.der-riedel.de
www.nienhuis.com
www.spielzeugmacher.at   -> Montessori